Rekonstruktionssoftware
Rekonstruktionssoftware - Der topologische Vertex Finder
|
Ein Jet ist ein kollimierter Schauer von Teilchen, der aufgrund der Energiedepositionen im Kalorimeter rekonstruiert werden kann. Jets werden durch hochenergetische Quarks oder Gluonen der primären, harten Wechselwirkung hervorgerufen, die sich im Zuge der Hadronisierung in einen Schauer von gebundenen Zuständen wandeln.
Im Falle eines Bottom-Quarks entsteht ein langlebiges (τ ~ 1.5 ps ) B-Hadron, das aufgrund des großen Impulses typischerweise nach einigen Millimetern Fluglänge zerfällt, meist in ein D-Hadron und weitere Teilchen. |
![]() |
![]() |
Die Aufgabe des Topologischen Vertex Finders ist es, diese Zerfallskette zu rekonstruieren und eine Aussage über den Flavour des anfänglichen Quarks treffen zu können. Der Rekonstruktionsalgorithmus versucht dabei, die einzelnen Zerfallsvertices in direkter Nähe zum primären Wechselwirkungspunkt aufzulösen. Die Spurdetektoren im ATLAS Experiment sind dafür von entscheidender Bedeutung. Sie ermöglichen es, Spuren von geladenen Teilchen, die zum Beispiel beim Zerfall des B-Hadrons entstehen, mit einer hohen Präzision zu rekonstruieren. Die innerste Lage des ATLAS Pixel-Detektors, konzipiert zur besseren Rekonstruktion sekundärer Vertices, hat dabei gerade mal einen Abstand von 50,5 mm zum Wechselwirkungspunkt. |
|
Der Topologische Vertex Finder untersucht alle Teilchenspuren innerhalb des Jets und bildet Cluster von Spurpaaren, die einen gemeinsamen Schnittpunkt zu haben scheinen. Anhand der räumlichen Vertex-Wahrscheinlichkeit (siehe nebenstehende Skizze) wird entschieden, ob die Cluster untereinander auflösbar sind. Am Ende entscheidet ein Vertexfit über die genaue Position und Qualität des Vertex. |
![]() |
Die Information über die Anzahl der Vertices im Jet und weitere Vertexeigenschaften kann nun benutzt werden, um die Wahrscheinlichkeit zu definieren, ob es sich um den Zerfall eines B-Hadrons handelt und somit ein b-Quark im vorhanden Anfangszustand war.
Beteiligte Wissenschaftler
Dr. Marcello Barisonzi
Dipl.-Phys. Thorsten Boek
Dipl.-Phys. Andrey Khoroshilov
Prof. Dr. Peter Mättig
Aktualisiert (Mittwoch, 11. Mai 2011 um 08:42 Uhr)





